Gegendarstellung zum Artikel vom 24./25.03.2012 in der MAZ

 Veröffentlicht von am 31. März 2012
Mrz 312012
 

Zur Berichterstattung der “Märkische Allgemeine” bezüglich des Redebeitrags der BiSG auf der GVV v. 22.03.2012 stellen wir folgendes richtig …
(folgende Gegendarstellung wurde in selbigem Wortlaut an den verantwortlichen Redakteur der “Märkische Allgemeine” versand)

Sehr geehrter Herr Häfner,

in Ihrem o.g. Artikel zitieren Sie am Ende die Gemeindevertreterin Frau Behrendt: „Man kann doch nicht ökologischen Strom wollen und dann gegen Windkraft, gegen Solar, gegen Wasserkraft und gegen Biogasanlagen sein. Man kann doch nicht alles ablehnen.“

Das Zitat ist wohl korrekt, doch am Ende des Artikels suggeriert es dem Leser, dass es auch der Wahrheit entspricht. Das ist definitiv falsch!

Die Bürgerinitiative richtet sich NICHT gegen die erneuerbaren Energien. Dies hatte Frau Breuer-Solbach zum Anfang unserer Rede auch dargestellt. Uns geht es, -ebenso wie etwa dem BUND –  hier ausschließlich darum, die Zerstörung des Landschaftsschutzgebietes durch Windindustrieanlagen zu verhindern. Es darf nicht sein, dass umfangreich Wald gerodet werden soll (ca. 60 ha zzgl. Stromtrassen). Gerade in Zeiten des Klimawandels müssen wir unsere natürlichen CO2-Speicher erhalten. Eine Wiederaufforstung nach dem Bau der Anlagen ist aufgrund der verdichteten Bodenstruktur und veränderten Grundwasserbedingungen, begleitet von Erosion nicht möglich (und würde auch erst nach vielen Jahrzehnten greifen). Das Gebiet am Klärwerk  ist aufgrund der ehemaligen Rieselfelder ein wahres Vogelparadies. Unser Landschaftsschutzgebiet ist für den Vogelzug von GLOBALER Bedeutung. Dies gilt es zu schützen. Was erst einmal zerstört ist, geht für immer verloren. Natürlich kommen dazu auch die Ängste der Bevölkerung vor gesundheitlichen Schäden und wirtschaftlichen Einbußen bis hin zum Ruin. Unsere Region lebt vom sanften Tourismus. All dies wird hier aufs Spiel gesetzt und steht in keinem Verhältnis zur erwarteten Energieleistung.

Wir sind der Auffassung, dass die Gemeindevertretung mit aller Macht versucht, in unserer Gemeinde Windindustrieanlagen aufstellen zu lassen und dabei die Belange des Natur-, Tierschutzes und die der Bürger außer Acht lässt. Herr Oehme schützt die Gemeinde nicht vor Windindustrieanlagen, er holt sie aktiv her. Der immer wieder zitierte Erlass der Ministerin Anita Tack vom MUGV, auf den sich Herr Oehme immer wieder beruft, erging erst 10 Wochen NACH dem ersten Beschluss der Gemeindevertreterversammlung und bezieht sich in erster Linie auf die neue Regionalplanung als „Kann-Bestimmung“. Erlasse hebeln zudem keine Gesetze aus.

Das Landschaftsschutzgebiet ist in der aktuellen Regionalplanung nicht als Suchraum ausgewiesen – und war es auch nie. Landschaftsschutzgebiete gelten als Ausschlusskriterium! Das macht auch Sinn, wenn man nicht das zerstören will, was zu schützen gilt!

Wir bitten Sie höflich und nachdringlich, diese Sichtweise im Hinblick auf Ihren Artikel öffentlich klarzustellen.

Vielen Dank.

Mit besten Grüßen

BI Schönwalde-Glien
Evi Hoffmann, Elvira Breuer-Solbach, Claudia Heckmanns